Forgejo vs. GitHub vs. GitLab vs. Gitea
Es macht einen grundlegenden Unterschied, ob du Open-Source-Projekte hostest oder die Kronjuwelen deines Unternehmens ablegst. Für Open Source ist der Ökosystem-Effekt von GitHub unerreicht: Das Netz aus Mitwirkenden, Issues und Integrationen erzeugt echte Anziehungskraft. Bei privaten Repositories dagegen, wo Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit für dich und deine Kunden zählen, sind die Karten deutlich gleicher verteilt.
Diese Seite vergleicht Codey (Managed Forgejo) mit GitHub, GitLab SaaS und selbst gehostetem Gitea entlang der Kriterien, die für europäische Engineering-Teams mit proprietärem Code am meisten wiegen.
Vergleich auf einen Blick
| Codey (Managed Forgejo) | GitHub | GitLab SaaS | Gitea (selbst gehostet) | |
|---|---|---|---|---|
| Betriebsmodell | Managed, dedizierte Instanz | SaaS, geteilt | SaaS, geteilt | Selbst gehostet, du betreibst |
| Datenstandort | EU (Cloud deiner Wahl) | USA (überwiegend) | USA/EU (unterschiedlich) | Deine Infrastruktur |
| Lizenz | GPL v3+ (Forgejo) | Proprietär | Open Core (MIT CE) | MIT |
| CI/CD | Forgejo Actions | GitHub Actions | GitLab CI/CD | Gitea Actions |
| Package Registry | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Preis pro Nutzer | Nein, ab CHF/EUR 39/Monat pro Instanz | 4 $/Nutzer (Team), 21 $/Nutzer (Enterprise) | 29 $/Nutzer (Premium), 99 $/Nutzer (Ultimate) | Kostenlos (Betriebskosten fallen an) |
| Datensouveränität | In der EU gehostet, aus der Schweiz betrieben | US-Unternehmen, CLOUD Act | US-Unternehmen, CLOUD Act | Hängt von deiner Infrastruktur ab |
| Administrativer Zugriff | Voller Root-Zugriff auf deine Instanz | Nein | Nein | Voll (selbst verwaltet) |
Forgejo, Gitea und Gogs: die Abstammung
Wer versteht, woher Forgejo kommt, versteht auch, warum es aktiv gepflegt wird und für den Produktivbetrieb taugt.
Gogs startete 2014 als leichtgewichtiger, selbst gehosteter Git-Dienst in Go. Einfachheit und geringer Ressourcenbedarf brachten ihm breite Verwendung ein.
Gitea entstand 2016 als Community-Fork von Gogs, nachdem Mitwirkende den Eindruck hatten, das Gogs-Projekt nehme zu wenig externe Beiträge auf. Gitea führte ein offeneres Governance-Modell ein und beschleunigte die Entwicklung.
Forgejo entstand 2022 als Fork von Gitea, ausgelöst durch Governance-Bedenken: Das Gitea-Projekt hatte die Markenrechte ohne Rücksprache mit der Community an ein privates Unternehmen übertragen. Forgejo steht unter dem Dach von Codeberg e.V., einem deutschen gemeinnützigen Verein, mit vollständig offener Governance.
Forgejo und Gitea sind weiterhin eng verwandt. Bis 2023 war Forgejo ein Soft Fork, Anfang 2024 wurde daraus ein Hard Fork, seither driften die Codebasen auseinander. Der Wechsel von Gitea zu Forgejo ist ein Versions-Upgrade und kein Datenexport: Forgejo übernimmt eine bestehende Installation an Ort und Stelle und behält die Binärdatei sogar unter dem Namen gitea, damit bestehende Service-Dateien weiterlaufen.
Den vollständigen Direktvergleich, inklusive Lizenzwechsel auf GPL, Rechteübertragung und Umgang mit Sicherheitsmeldungen, findest du unter Forgejo vs. Gitea.
Diese Abstammung führt Datensouveränität in der Praxis vor: Wenn eine Community mit der Richtung eines Projekts nicht einverstanden ist, kann sie es forken und die Kontrolle über Code und Daten übernehmen. Genau das ist hier geschehen. Dein Quellcode ist nie den Governance-Entscheidungen eines einzelnen Anbieters ausgeliefert.
Und was ist mit Codeberg?
Ist dein Projekt Open Source, bietet Codeberg.org kostenloses Forgejo-Hosting an, betrieben vom selben gemeinnützigen Verein (Codeberg e.V.), der auch die Forgejo-Entwicklung trägt. Für Community-Projekte ist das ein gutes Zuhause. Für private Repositories, die eine dedizierte Instanz, ein SLA, einen gewählten Datenstandort und Schweizer Betrieb brauchen, ist Codey die passende Antwort.
GitHub
GitHub ist die bekannteste Plattform für Code-Hosting, was massgeblich an der Open-Source-Welt liegt. Dort liegt die Mehrheit der öffentlichen Repositories, und die Verzahnung mit dem übrigen Entwickler-Tooling reicht tief.
Stärken:
GitHub Actions verfügt über einen ausgereiften Marktplatz mit Tausenden wiederverwendbaren Workflows. Die Integration mit npm, der GitHub Container Registry, GitHub Pages und GitHub Copilot ergibt eine stimmige Entwicklungsumgebung. Pull-Request-Werkzeuge, Code-Review-Abläufe und Projektmanagement-Funktionen sind ausgefeilt. Für Open-Source-Projekte sind öffentliche Repositories kostenlos, mit grosszügigen CI-Minuten.
Grenzen:
GitHub gehört Microsoft, einem US-Unternehmen, das dem CLOUD Act untersteht. US-Behörden können Zugriff auf Daten in der GitHub-Infrastruktur erzwingen, unabhängig davon, in welcher Region sie liegen.
Seit der Übernahme durch Microsoft häufen sich bei GitHub die Zuverlässigkeitsprobleme. Im April 2026 kündigte der bekannte Open-Source-Entwickler Mitchell Hashimoto an, mit dem Ghostty-Projekt wegen anhaltender Qualitätsprobleme von GitHub wegzugehen.
Die Preise pro Nutzer, 4 $ (Team) und 21 $ (Enterprise), wachsen mit der Teamgrösse. Teams ab 20 Entwicklerinnen und Entwicklern übersteigen damit rasch die Kosten einer dedizierten Forgejo-Instanz. GitHub Enterprise Server beginnt bei 250'000 $ pro Jahr und ist für die meisten Organisationen damit ausser Reichweite. Eine bezahlbare Self-Hosting-Option gibt es nicht.
Wann GitHub die richtige Wahl ist:
- Dein Projekt ist Open Source und die Community erwartet Präsenz auf GitHub
- Dein Team stützt sich stark auf Integrationen aus dem GitHub-Actions-Marktplatz (Forgejo Actions ist mit der Workflow-Syntax kompatibel, der Marktplatz selbst bleibt aber GitHub-exklusiv)
- Die US-Jurisdiktion ist für deine Organisation vertretbar
GitLab
GitLab bietet eine integrierte DevSecOps-Plattform mit Versionsverwaltung, CI/CD, Container Registry, Security-Scanning und Projektmanagement in einem Produkt. Eine der zentralen Stärken: Die vollständige Plattform ist auch selbst gehostet verfügbar. Für Managed GitLab mit Hosting in Europa siehe gitlab.ch.
Stärken:
GitLab CI/CD ist ausgereift und weitgehend konfigurierbar, mit nativen Kubernetes-Deployment-Zielen und eingebautem Security-Scanning (SAST, DAST, Dependency Scanning). Die Community Edition nach Open-Core-Modell steht unter MIT-Lizenz und lässt sich selbst hosten. GitLab unterhält Vertrieb und Support in der EU. Für Organisationen, die eine einzige DevSecOps-Plattform mit Funktionen jenseits von Forgejo oder Gitea benötigen (Security-Scanning, Compliance-Pipelines, fortgeschrittenes Projektmanagement), deckt GitLab eine breite Fläche ab.
Grenzen:
GitLab SaaS (gitlab.com) wird von einem US-Unternehmen betrieben und bietet nicht dieselbe Datensouveränität wie eine selbst gehostete Instanz. Die Premium-Stufe kostet 29 $ pro Nutzer und Monat, Ultimate 99 $. Bei grösseren Engineering-Teams summiert sich das. Die Funktionsfülle kann die Einarbeitung für Teams verlangsamen, die nur Code-Hosting und einfache CI brauchen.
Wann GitLab die richtige Wahl ist:
- Du brauchst eingebaute DevSecOps-Funktionen (Security-Scanning, Compliance-Werkzeuge), die Forgejo oder Gitea nicht mitbringen
- Du willst die vollständige Plattform selbst gehostet in Europa. Für Managed GitLab mit Schweizer Betrieb siehe gitlab.ch
Gitea (selbst gehostet)
Gitea ist eine leichtgewichtige, MIT-lizenzierte Git-Hosting-Anwendung, die du auf eigener Infrastruktur ausrollst und betreibst.
Stärken:
Gitea ist kostenlos und läuft auf bescheidener Hardware. Für kleine Teams genügt eine kleine VM oder ein Raspberry Pi. Als direkter Vorgänger von Forgejo teilt Gitea dieselbe vertraute Oberfläche und die meisten API-Endpunkte. Gitea Actions liefert CI/CD, die mit GitHub Actions kompatibel ist. Voller administrativer Zugriff heisst: Du konfigurierst jeden Aspekt der Installation selbst.
Grenzen:
Gitea selbst zu hosten bedeutet, dass Backups, Upgrades, Verfügbarkeit und Security-Patches bei dir liegen. Ein Produktivbetrieb braucht Monitoring, getestete Wiederherstellungsverfahren und jemanden, der erreichbar ist, wenn der Host ausfällt.
Gitea wird von der Gitea Ltd kontrolliert, einem gewinnorientierten Unternehmen, und folgt einem Open-Core-Modell mit kostenpflichtigen Editionen neben der freien. Mitwirkende sollen ihre Rechte übertragen, auch bei MIT-lizenzierten Beiträgen. Den Vorlauf bei Security-Releases erhält die Kundschaft von Gitea. Wer selbst hostet und keinen Vertrag hat, erfährt von einer Lücke am Tag der Offenlegung statt davor.
Gitea blieb zudem bei MIT, während Forgejo mit v9.0 auf GPL v3+ wechselte. Was dir lieber ist, hängt davon ab, was du mit dem Code vorhast: MIT ist die permissive Wahl, GPL die stärkere Zusicherung, dass Verbesserungen veröffentlicht bleiben.
Wann Gitea selbst gehostet die richtige Wahl ist:
- Du hast die betrieblichen Kapazitäten, die Instanz selbst zu führen
- Deine Infrastrukturrichtlinie verlangt einen Betrieb On-Premises
- Du brauchst die Permissivität von MIT, um ein proprietäres Produkt auf der Codebasis zu bauen
- Du willst dir den späteren Wechsel zu Forgejo offenhalten (beide sind kompatibel)
Die beiden Forges teilen sich eine Codebasis und den grössten Teil des Funktionsumfangs. Die Wahl zwischen ihnen ist deshalb vor allem eine Governance- und Lizenzfrage. Forgejo vs. Gitea behandelt genau diesen Vergleich.
Welche Option passt?
Wähle Codey, wenn du eine dedizierte Forgejo-Instanz in der EU willst, ohne sie selbst zu betreiben. Der feste Monatspreis bedeutet, dass die Kosten nicht mit der Teamgrösse wachsen.
Wähle GitHub, wenn dein Projekt Open Source ist, dein Team auf den GitHub-Actions-Marktplatz angewiesen ist und die US-Jurisdiktion für dich vertretbar ist.
Wähle GitLab, wenn du integrierte DevSecOps-Funktionen brauchst (Security-Scanning, Compliance-Pipelines), die Forgejo nicht bietet. Für eine verwaltete, in der EU gehostete GitLab-Instanz siehe gitlab.ch.
Wähle Gitea selbst gehostet, wenn du eigene Betriebskapazitäten hast, On-Premises brauchst und volle Kontrolle über jedes Konfigurationsdetail willst.
Nächste Schritte
Bereit, dein Team auf eine dedizierte, in der EU gehostete Forgejo-Instanz zu bringen? Buche ein kostenloses 15-Minuten-Gespräch. Wir schauen uns dein aktuelles Setup an und schätzen den Migrationsaufwand. Codey gibt es ab CHF/EUR 39 pro Monat.